Spritztour Vienna Tweed Ride & Drahtesel

Leider schon ausgebucht:

Abseits vom klassischen Tweed Ride unternehmen wir im Sommer immer wieder Ausfahrten in die Landschaft der umgebenden Regionen. Dabei kam die Idee auf, es einmal mit einer Reise zum Wein zu probieren und dabei soviel regionale Ess- und Trinkkultur wie möglich mitzunehmen. Es sollte gemütlich sein, auch für Kinder geeignet, und vor allem eine Reise zu spezifischer und authentischer Lebensmittelproduktion. Jetzt, nach fast zwei Jahren Überlegung und Planung haben wir ein Paket:

Spritztour Vienna Tweed Ride / DRAHTESEL ins sonnige Burgenland am 18./19.6

Geplant ist eine sommerlich beschwingte Fahrradausfahrt auf einer entspannt-moderaten Strecke (auch für Kinder geeignet!) in gemütlichem Tempo auf traumhaften, verkehrsarmen und ebenen Wegen von Neusiel/See nach Frauenkirchen. Es geht vorwiegend darum, gemeinsam kulinarische Höhepunkte zu entdecken (eingelegtes Gemüse, Früchte und andere regionale Produkte – auch für Karnivoren geeignet), Weine zu verkosten und den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Da am 18.6 das Fußballmatch Portugal : Österreich stattfindet, werden wir uns auch um einen Fernseher bemühen 😉

Der Ablauf ist wie folgt geplant (Änderungen möglich)

18.6
Abfahrt vom Hauptbahnhof um 10:14 nach Neusiedl / See, Ankunft ca. 11 Uhr
Spritztour ca. 20 km
Eventuell Badestopp und Teatime in Podersdorf
Besuch der Mangalitza-Schweine und Jause bei der Weide von Biobauer Josef Göltl
Weiterfahrt nach Frauenkirchen
Bezug des Hotels / Frischmachen
Führung beim Raritäten-Züchter Stekovic
Weinverkostung Umatum
Rückkehr zum Hotel
Dinner (Fußball ab 21:00)

19.6
Rückreise:
Zug ab Frauenkirchen mit Fahrrad-Transport ab 9:34 (alternativ auch 11:34 möglich). Die Fahrzeit nach Wien beträgt eine Stunde
bzw. Züge von Neusiedl / See jede Stunde jeweils um 1 nach

Am 19.6 findet das Wiener Fahrradpicknick Vienna Tweed Ride statt. Wir können also gleich nach der Rückkehr von der Spritztour zum Picknick in den Prater zur Kaiserwiese weiter radeln, wo es auch Verpflegung gibt :-)

Kosten
Derzeit liegt uns ein Angebot vor für Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit Frühstück für max. EUR 45,-  pro Nase und Nacht vor.
Zugreise: ca. EUR 32,- inkl. Fahrradmitnahme
Dinner / Teatime / Jause sind individuell zu bezahlen
Weinverkostung: Üblich ist, dass die Verkostung gratis ist, wenn man etwas bestellt. Die Lieferung kann zugestellt werden

Verbindliche Anmeldung
Sowohl Hotel als auch Bahnticket werden individuell gebucht. Da am 18./19.6 in Frauenkirchen ein Stadtfest gefeiert wird, müssen die Zimmer bereits bis 18.4 (das ist in weniger als einer Woche!) verbindlich gebucht werden. Interessenten melden sich bitte bis zum 15.04 bei mir unter david at tweedride punkt at und erhalten dann die Kontaktdaten des Hotels für die Buchung. Die Buchung ist erst ab der Zahlung verbindlich, ein etwaiger Rücktritt nach erfolgter verbindlicher Buchung wäre ebenso individuell zu vereinbaren.

ACHTUNG: dieses Mal ist die Zahl der TeilnehmerInnen aus organisatorischen Gründen auf 20 Personen beschränkt

Die Teilnahme an der Ausfahrt erfolgt auf eigenes Risiko.

Zur Website von Biobauer Josef Göltl
Zur Website von Raritätenzüchter Erich Stekovic

PUCH – identitätsstiftend in Sachen Fahrräder

Katalog Ausschnitt, 1969er Jahre, Slg. Ehn, Fahrradmuseum Sigmundsherberg

Katalog Ausschnitt, 1969er Jahre, Slg. Ehn, Fahrradmuseum Sigmundsherberg

Im Keller des Wohnhauses meiner Oma stand, sorgfältig verpackt, das Waffenrad meines Vaters. Schon mit 12 Jahren besaß ich mehr als nur ein Fahrrad. Was mir aber am meisten fehlte, war genau dieses Waffenrad. Noch war es mir zu groß. Es folgte eine lange Wartezeit, in der mein Verlangen heftigen Ablenkungen ausgesetzt wurde: einem Puch Vent Noir Rennrad, das sich der Vater der befreundeten Nachbarskinder leistete. Wenn er nach einer Ausfahrt mit seinem surrenden Freilauf im Hof einrollte und danach penibel die Mechanik servicierte, konnte mich nichts davon abhalten, ihm dabei Gesellschaft zu leisten. Das Vent Noir blieb ein Traum, so wie auch das Waffenrad. Bevor ich es noch in Besitz nehmen konnte, wurde es zum Alteisen gebracht. Meine Eltern halfen mir über die folgende schwere Zeit, indem sie mich schließlich mit einem Halbrenner versorgten, leider kein Clubman. Ein Puch-Fahrrad besaß ich trotzdem: den gelben Highriser mit Bananensattel und einer 3-Gang Oberrohr Knüppelschaltung von Sachs. Das Fahrrad war zwar trotz Tuningmaßnahmen als Fortbewegungsmittel nur eingeschränkt zweckmäßig, reziprok zum Coolness-Faktor der freilich jenseits der Messbarkeit lag.

Ähnliches werden wohl viele erlebt haben, die ihre Fahrrad-Sozialisation in Österreich erhielten. Unscharfe Erinnerungen an blitzenden Lack, grüne Trikots und verwitterte, ölige, schwarze Stahlrahmen. 

Die Geschichte der PUCH-Fahrräder

Die Geschichte der PUCH-Fahrräder. ISBN: 978-3-7059-0381-4 Weishaupt Verlag

Die beiden Fahrradhistoriker Walter Ulreich und Wolfgang Wehap haben eben im steirischen Weishaupt Verlag ein Buch herausgebracht, dass sich mit der Geschichte der Puch Fahrräder auseinandersetzt. Sie stellen der Öffentlichkeit damit erstmals wissenschaftlich gesicherte Informationen zu diesem Thema zur Verfügung. Alle bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Rezensionen legen den Schluss nahe, dass dieses Buch ein Standardwerk werden wird.

Anlässlich der Buchpräsentation am 4.3. in Wien konnte ich Walter Ulreich einige Fragen zu Puch und den Fahrrädern stellen:

David Was ist Dein persönlicher Zugang zum Puch Fahrrad?

Walter Angefangen hat es damit, daß mir niemand sagen konnte (Fahrradhändler, Freunde, Bekannte), wie alt die Fahrräder sind, welche ich damals vom Sperrmüll zusammensammelte. Damals (also Mitte 1980er) studierte ich an der Universität Wien und entdeckte die vielen alten Fahrradzeitschriften in der Universitäts-Bibliothek. Da hab ich dann viel gelesen und exzerpiert. Dann organisierte ich eine Ausstellung mit den Depot-Fahrrädern des Technischen Museums Wien und verfaßte den Katalog dazu, damit war ich auch schlagartig international bekannt, wurde Herausgeber der Zeitschrift der ‚International Veteran Cycle Association‘, bald ihr Präsident und hielt nahezu weltweit Vorträge zum Thema österreichische Fahrradgeschichte. Ich stellte ein Archiv zur Fahrradgeschichte zusammen und publiziere, halte Vorträge und organisiere Ausstellungen. Die größte bisher war in Schloß Schwarzenau 1994. Mein Zugang zum Puch Fahrrad war die Erkenntnis, daß es die wichtigste Firmengeschichte auf diesem Gebiet in Österreich ist und bisher ungeschrieben. Mein Buch zum Steyr Waffenrad (red. Anm.: ersch. 1995) war sozusagen eine Probe, ob es dafür einen Verleger und Leser gibt, und wie so eine Geschichte aufbereitet werden kann. Sobald das klar war, habe ich an dem Puch-Buch zu arbeiten begonnen. 

D Wie lange beforschen Wolfgang Wehap und Du dieses Thema schon? 

W Für Fahrradgeschichte allgemein: Ich seit etwa Mitte der 1980er Jahre, Wolfgang seit 1999, für die Fahrradgeschichtswerkstatt im Vorfeld der Velocity Conference in Graz/Maribor. Für das Puch-Buch: Ich seit 1996, Wolfgang ist im April 2014 eingestiegen. 

D Was macht die Faszination der Puch Fahrräder aus?

W In Österreich ist Puch identitätsstiftend in Sachen Fahrräder, die wichtigste Fahrrad-Firma. Hatte feine Rennräder und unverwüstliche Gebrauchsräder. Auch internationaler Erfolg.

D War Johannes Puch eher Konstrukteur oder Unternehmer? 

W Für mich eher Unternehmer, die ersten Fahrrad-Patente waren unter Johann Puch angemeldet, aber das war auch der Firmen-Name. Ich denke, daß er die Technik eher delegierte.

D Gab es bei Puch eigentlich auch so etwas wie avantgardistische Kuriositäten oder exotische Innovationen bei Rahmen und Komponenten, die dann in Vergessenheit gerieten?

Designstudie Zeitfahrmaschine 1985. Slg Ehn, Fahrradmuseum Sigmundsherberg

Designstudie Zeitfahrmaschine 1985. Slg Ehn, Fahrradmuseum Sigmundsherberg (Man beachte auch die Kurbel …)

W Die frühe Beschäftigung mit Aluminium ist interessant, bei Innovation war Puch selber eher konservativ. So lehnte er den Freilauf am Fahrrad anfangs vehement ab. Neue Wege in der Verzierung der Fahrradrahmen durch geätzte Motive und Firmennamen und die berühmte ‚Vollscheibe‘ waren originär von Puch, später von vielen Firmen der österreichisch-ungarischen Monarchie kopiert. Die spektakulären Puch Prototypen zwischen 1978 und 1986 waren richtungsweisend, wurden aber nicht zur Serienreife gebracht.

D In Alt-Österreich und in der ersten und zweiten Republik wurde ja auch Stahl hergestellt, leistete man sich so etwas wie Produktforschung, oder wie kann man sich das vorstellen?

W Puch verwendete von Anfang an den besten steirischen Stahl, legte Wert auf höchste Qualität und kaufte die besten Werkzeugmaschinen am Markt. Auch hier ist die frühe Beschäftigung mit Aluminium bemerkenswert.

Plakat 1891 Steiermäkisches Landesarchiv

Plakat 1891 Steiermäkisches Landesarchiv

D Zum Mythos Waffenrad: was genau macht ein Waffenrad aus, wurden Waffenräder nur von Puch gebaut?

W Ich ersuche mein Buch zum Thema zu lesen 😉 Im Ernst, das Waffenrad kam zu Puch ja erst mit der Fusion 1934, die ‚Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft‘ (Hersteller des Waffenrades) war vorher einer der größten Konkurrenten von Puch. Das Waffenrad hatte das Image des ‚unkapputbaren‘ Fahrrades schon lange bevor dieser Begriff entstanden ist, dieses Image wurde bei Puch natürlich weitergepflegt. Selbst heute noch gibt es den Markennamen Waffenrad und er hat einen guten Klang in Österreich. 

D Mythos Rennrad: Wie gut war Puch wirklich im Vergleich zu Rennrad-Traditionsmarken wie Peugeot, Bianchi, Raleigh und all den anderen?

W Rennräder gab es von Anfang an, die Rennmaschinen vor und um 1900 waren auf der absoluten Höhe ihrer Zeit, absolut vergleichbar mit der führenden englischen Produktion. Dann war eher Pause mit guten Rennrädern, von der Zwischenkriegszeit bis zum Anfang der 1970er gab es kaum erfolgsversprechende käufliche Rennräder, die Mistral-Ultima-Serie der 1980er war schon vom Preis her als Top-Maschinen gekennzeichnet, auch die Qualität war top wie die der besten italienischen Rennräder.

D Für Sammelanfänger: welche Fehler sollte man bei der Anschaffung und beim Aufbau vermeiden? Sind Puch Räder, die nach 1987 (als die gesamte Fahrradproduktion nach Italien ging) gebaut wurden, ein Teil des Mythos?

Plakat Mistral, Archiv Ulreich

Plakat Mistral, Archiv Ulreich

W Ich halte wenig vom Modernisieren historischer Fahrräder. Ein Fahrrad aus den 1920er oder 30er Jahren ist heute noch gut und durchaus wohlfeil zu bekommen, sollte aber mit höchstens neuen Reifen modernisiert werden. Bremsen und Lichtanlagen dieser Jahre funktionieren, wenn technisch in Ordnung, auch heute noch. Sie bedingen eine weniger forsche Gangart, ein wenig mehr Vorausschau und Sorgfalt im Umgang. Ein altes Fahrrad ist immer auch eine Zeitreise-Maschine. Man sollte sich auf die alte Technik einlassen und man wird Erfahrung ernten. Die alte Technik erzählt von früheren Zeiten, man braucht nur zuzuhören. Die Produktion von Puch Fahrrädern nach 1987 hat derzeit noch wenig vom Puch-Flair, wird aber auch einmal Sammler finden. 

D Danke für das Interview!

Ulreich, Wehap: Die Geschichte der PUCH-Fahrräder, 22,5 x 26,5 cm, 400 Seiten mit ca. 500 farb. Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag. Weishaupt Verlag, Gnas. 2016. ISBN: 978-3-7059-0381-4 Das Buch enthält ein englisches Summary.

Informationen zu dem Buch auf der Webseite des Verlages

Wichtiger Hinweis für Puch-Fans: noch bis zum 1.8.2016 kann man beim Foto- und Video Wettbewerb „Ich und mein Puch-Fahrrad“ mitmachen. Näheres unter dem Verlagslink.

Das Buch ist im gutsortierten Buchhandel erhältlich. Falls der örtliche Buchhändler das Buch nicht vorrätig hat, kann dieser es leicht in 2-3 Werktagen besorgen. Man muss also keinen Online-Buchhändler bemühen.

Schon gesehen in der Buchhandlung im Stuwerviertel Stuwerstraße 42, 1020 Wien

 

Winter Tweed Run Helsinki 2016

Tweed Run Helsinki 2016

Tweed Run Helsinki 2016

Frida Notter war Anfang Februar in Helsinki bei Schnee, schüchternen Menschen und stärkenden Getränken. Hier ist ihr inspirierender Bericht:

Wo ich das erste Mal vom Winter Tweed Run Helsinki gehört habe, weiß ich gar nicht, ich glaube es war ein Youtube–Video, in dem wilde Männer mit Eiszapfen in den Bärten ihre Räder durch hohen Schnee gelenkt…oder häufiger noch: geschoben haben. Ein kleines rotes Holzhaus hat man gesehen in diesem Video und diverse Flaschen und Fläschchen mit „wärmender Medizin“. Ich hab gleich gewusst: wenn ich mal was Extremes machen will, dann mach ich das (extremer schaffe ich nicht). Dieses Jahr war’s dann soweit. Als fest stand, wann der diesjährige Winter Tweed Run stattfindet, habe ich Flug und Hotel gebucht und mich auf die Suche nach einem Fahrrad gemacht. Das Hotel hat zwar welche, verleiht sie aber im Winter nicht, Radverleihs haben im Winter ebenfalls nicht offen und eine Citybike-System gibt es auch nicht. Fündig geworden bin ich dann letztendlich über die Facebook-Seite des Winter-Tweed Runs. Dort hat sich der Besitzer des Radladens classicbike bei mir gemeldet (wenn ihr mal in Helsinki seid, unbedingt dort vorbeischauen – am besten allerdings vorher gleich schon Übergepäck für den Rückflug reservieren ;-)) und mir ein pinkes Pashley Poppy angeboten – ganz umsonst (lediglich im Tausch gegen ein paar österreichische Süßigkeiten) und ohne jegliche Sicherheit wie ein Pfand oder so. Was für ein Vertrauen und was für eine schöne Geste!

Helsinki Tweed Run 2016

Helsinki Tweed Run 2016

Diese pinke Schönheit habe ich mir dann am Samstag, am Tag vor dem Tweed-Run vom Radladen abgeholt und sehr vorsichtig und ängstlich über Eisplatten zum Hotel geschoben, wo ich es immerhin im Gepäckraum übernachten lassen durfte. In der Nacht hat es dann glücklicherweise zu tauen begonnen (schade um den schönen Schnee, aber ich hab Angst vor Eis, zumindest wenn es ums Radfahren geht) und der nächste Tag hat mich mit leichtem Nieselregen und sanftem Nebel begrüßt. Schnell hatte ich einen geräumten (!) Radweg in die Innenstadt ausfindig gemacht und so war das letzte Stück der Anreise dann kein Problem mehr.

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Treffpunkt war der Senaatintori, der schönste Platz Helsinkis, der in den Vorjahren teilweise schon mit Schneebergen aufwarten konnte. Diesmal lediglich ein paar müde Schneereste. Entsprechend hat sich Tweedrunorganisator Jan auch gleich mal bei den internationalen Gästen (aus Estland, Russland, Schweden, Irland und eben Österreich) dafür entschuldigt, schon wieder keinen echten Winter bieten zu können. Zweiter Teil der Ansage: unsere estnischen Gäste haben eine Palette Bier mitgebracht, bitte das jetzt auszutrinken, wir können es nicht mitnehmen.” Und schließlich kurz zum Praktischen: „wir stoppen bei rot und fahren alle gemeinsam bei grün und auch dann weiter, wenn es wieder rot wird, wir fahren langsam, wenn einer hinfällt halten wir an und für eisige Stellen gilt – und das hat mich nachhaltig beeindruckt – „speed sometimes helps”. Dann war das Bier ausgetrunken und es ging los Richtung Hafen, allen voran ein unglaublich eleganter Hochradfahrer aus St. Petersburg, der alle Blicke auf sich gezogen hatten. Wir anderen waren, kam mir vor, nicht ganz so auffällig, was sicher auch daran lag, dass wir relativ wenige waren, nur ungefähr 25 Chaps und ganze drei Chapettes (warum nur sind die Tweed Rides so männlich, Vintage und ”Verkleiden” ist doch sonst eher ein Frauending?), aber auch daran, dass der eleganteste Zwirn unter einem dicken Wintermantel nicht wirklich zur Geltung kommt.

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Ach ja, obwohl die Veranstaltung Tweed Run heißt (das haben die Tweed Run London Veranstalter wahrscheinlich einfach noch nicht mitbekommen, sonst hätten sie längst mittels Anwalt von sich hören lassen), gab es weder Anmeldung, noch Teilnahmegebühren, noch Startnummern und so soll es nach dem Willen der Veranstalter auch bleiben- kein kommerzielles Event sondern einfach eine gemütliche, stilvolle Ausfahrt mit Freunden. Noch nicht einmal Marshalls gab es wirklich, die Gruppe war klein genug, um in der Regel in einer Ampelphase über die Straße zu kommen und meist waren wir sowieso auf Radwegen unterwegs. Im Gegensatz zu anderen Tweed Rides führte die Route auch kaum durch die Innenstadt, sondern am (teilweise zugefrorenen!) Meer entlang einmal um die Innenstadt herum. Eine erste kurze Pause mit Schokolade, Schnupftabak und genau: diversen stärkenden Getränken (kaum ein Teilnehmer ohne entsprechendes Fläschchen im Gepäck) wurde bei einer Galerie eingelegt, die zweite längere an einer urigen kleinen roten Hütte am Strand, in der es diverses Gebäck, Kaffee und heißen Saft gab, sowie davor ein schönes Holzfeuer, an dem man sich aufwärmen konnte. Den Abschluss bildete die Besichtigung einer ganz zauberhaften Jugendstilvilla mit kleinem Ballsaal (dort soll es da nächstes Jahr einen Tanznachmittag im Anschluss an den Tweed Run geben- also wenn die Jungs das hinbekommen, bin ich nächstes Jahr wieder mit dabei!) und natürlich der obligatorische Pubbesuch.

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Obwohl anfangs ein wenig zurückhaltend haben sich die finnischen Chapes und Chapettes (genau genommen waren keine finnischen Chapettes dabei sondern eine Schwedin eine Russin und ich) als sehr interessante, offene und herzliche Menschen herausgestellt (vor allem nach den stärkenden Getränken), die –gemeinsam mit Schnee, Nebel, Kälte und Meer-  dafür gesorgt haben, diesen Tweed Run zu einem besonders schönen Erlebnis zu machen. Ich soll Euch grüßen und das nächste mal alle mitbringen!   

Eure Frida Notter

Einen ergänzenden Bericht gibt es noch am Blog von Frida: blumenundfedern